Donnerstag, 2. März 2017       Dimitri Papadopoulos      

Keine Angst vor der Befehlszeile - Heute: Wie hilft mir "DIR"

Heute: Wie hilft mir "DIR"

Oft höre ich von Kunden, wie toll es wäre, wenn der Datei-Explorer dieses oder jenes könnte. Dabei gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht: Die gute zuerst - viele extra Funktionen hat Windows bereits an Bord. Die schlechte Nachricht - dabei nutzt man die Eingabeaufforderung. Bitte dabei bleiben - ein erstes Kennenlernen ist doch auch aufregend, oder?

Was ist denn bitte die Eingabeaufforderung und wo finde ich die?!

Die Eingabeaufforderung nimmt direkt Befehle entgegen, man könnte auch Kommandozeile dazu sagen. Klicke mit der rechten Maustaste auf das Startsymbol und dann klicke auf "Eingabeaufforderung" (siehe auch Screenshot rechts). Die zweite Option "Eingabeaufforderung (Administrator)" startet die Kommandozeile mit erweiterten Rechten. Wir brauchen dafür keine erweiterten Rechte, also einfach ignorieren.

Es öffnet sich die Eingabeaufforderung, die so aussieht:

Der Aufbau ist schnell erklärt. Die ersten beiden Zeilen sind Informationen über die Eingabeaufforderung .
Danach erscheint der Pfad, an dem sich die Eingabeaufforderung zuletzt befunden hat und nach dem Symbol ">" kann man Befehle eingeben. Eine wirklich tolle Neuerung seit Windows 10 ist die vereinfachte Funktion für Kopieren und Einfügen. Anstatt sich also mühsam zu dem gewünschten Pfad "entlang zu hangeln" empfehle ich, den Pfad einfach aus dem Datei-Explorer zu kopieren und in die Eingabeaufforderung einzufügen. Das Einfügen klappt dabei über zwei Möglichkeiten: Entweder die Tastenkombination STRG + V oder einfach mit der rechten Maustaste in die Eingabeaufforderung klicken.

Und was kann das mehr als mein Datei-Explorer?

Beispiel: Ich möchte eine bearbeitbare Liste aller Word-Dokumente aus einem bestimmten Verzeichnis,
z.B. auf C:\ in Dokumente\Anleitungen.

Nun, im Datei-Explorer kann man über die Suchfunktion die Selektion vornehmen. Und dann? -> Screenshot?? - Nein!
In der Eingabeaufforderung (Erklärung folgt unten) wäre das einfach der Befehl:
dir /b/n /a-d *.docx > C:\Temp\Worddateien.txt

Erklärung

Vorab noch ein kleiner Hinweis: In den Hauptverzeichnisbaum, also direkt C:\ sollten keine Dateien abgelegt werden. Deshalb der Pfad zu C:\Temp\Worddateien.txt

dir ist der Befehl ein Verzeichnis anzuzeigen.

/b = Einfaches Format (keine Kopfdaten, keine Zusammenfassung)

/n = Neues, langes Listenformat (Dateinamen auf der rechten Seite)

/a-d = Ist ein zusammengesetzter Befehl: /a = Listet Dateien mit angegebenen Attribut auf, d = Verzeichnisse; -d = Minus Verzeichnisse

*.docx = Suchfilter, * ist der Platzhalter

> = Lege das Ergebnis ist folgender Datei ab.

C:\Temp\Worddateien.txt = die Datei, in die das Ergebnis geschrieben wird (muss nicht angelegt sein).

Voilà - Eine bearbeitbare Liste aller Word-Dokumente aus dem Verzeichnis Dokumente\Anleitungen.

Der Tipp zum Schluss - Umlaute und Sonderzeichen

Sollten Umlaute und Sonderzeichen in der Datei aus unserem Beispiel nicht richtig dargestellt werden, ist in Ihrem System eine andere Codepage als Standard aktiviert. Sollte das der Fall sein, beginnen Sie einfach so:
Der allererste Befehl, den Sie in der Kommandozeile eingeben lautet einfach: chcp 65001
und dann fahren sie wie oben beschrieben fort.

Alle Befehle im Überblick

DIR [Laufwerk:][Pfad][Dateiname] [/A[[:]Attribute]] [/B] [/C] [/D] [/L] [/N]

  [/O[[:]Folge]] [/P] [/Q] [/R] [/S] [/T[[:]Zeit]] [/W] [/X] [/4]


  [Laufwerk:][Pfad][Dateiname]

             Bezeichnet Laufwerk, Verzeichnis und/oder Dateien.

  /A         Listet Dateien mit angegebenen Attributen auf.

  Attribute   D Verzeichnisse        R Schreibgeschützte Dateien

              H Versteckte Dateien   A Zu archivierende Dateien

              S Systemdateien        I Nicht indizierte Dateien

              L  Analysepunkte       - vorangestellt kehrt die Bedeutung um.

  /B         Einfaches Format (keine Kopfdaten, keine Zusammenfassung).

  /C         Zeigt das Tausendertrennzeichen bei Dateigrößen an (Standard-

             einstellung). Verwenden Sie /-C, um das Tausendertrennzeichen

             nicht anzuzeigen.

  /D         Gleich wie Breitformat, jedoch nach Spalten sortiert.

  /L         Verwendet Kleinschreibung.

  /N         Neues, langes Listenformat (Dateinamen auf der rechten Seite).

  /O         Gibt die Liste sortiert aus.

  Folge       N Name (alphabetisch)           S Größe (kleinere zuerst)

              E Erweiterung (alphabetisch)    D Datum/Zeit (ältere zuerst)

              G Verzeichnisse zuerst          - vorangestellt kehrt die

                                                Reihenfolge um

  /P         Pausiert nach jeder vollen Bildschirmseite.

  /Q         Gibt den Besitzer der Datei aus.

  /R         Zeigt alternative Datenströme der Datei an.

  /S         Listet Dateien und alle Unterverzeichnisse auf.

  /T         Bestimmt welche Zeit verwendet wird (nur für NTFS).

  Zeit        C  Erstellung

              A  Letzter Zugriff

              W  Letzter Schreibzugriff

  /W         Verwendet Breitformat für die Auflistung.

  /X         Zeigt die Kurznamen für Dateien mit Nicht-8Punkt3-Namen an.

             Das Format ist das gleiche wie bei /N, wobei der Kurzname vor

             dem Langnamen eingefügt wird. Wenn kein Kurzname vorhanden ist,

             werden Leerzeichen angezeigt.

  /4         Zeigt das Jahr vierstellig an.

Optionen können in der Umgebungsvariablen DIRCMD voreingestellt werden.

"-" vor einer Option setzt die Voreinstellung außer Kraft, z. B. DIR /-W.


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