Mittwoch, 19. Juli 2017       Susanne Papadopoulos      

Nao hilft beim Sprachelernen

Europäisches Forschungsprojekt untersucht Einsatz von Lern-Robotern bei Vorschulkindern

Wer mit Erzieherinnen in der KiTa spricht, hört überall von einem ähnlichen Problem:
Immer öfter kommen Kinder mit geringen Deutsch-Kenntnissen in die Gruppe. Egal ob Kinder aus Rumänien, Polen oder Syrien, sie alle sollen sich rasch einleben. Aber die Erzieherinnen haben keine Zeit für extra Übungen.
An dieser Stelle setzt ein Projekt an, das die Universität Bielefeld zusammen mit weiteren europäischen Universitäten betreibt und das auch von der EU gefördert wird: Die Forscher schicken einen kleinen Roboter in die KiTa, der die Kinder beim Sprachen-Lernen unterstützt.
Der Roboter stammt von der Firma Aldebaran aus Paris, die den "Nao" herstellt. Kombiniert mit einem Tablet-PC soll der Roboter individuelles Lernen ermöglichen. Und: Nao soll anhand von Gesten und Mimik erkennen, wenn das Kind frustiert oder gelangweilt ist und dann unterstützen.
„Die Kinder könnten schließlich aufgefordert werden, dem Roboter kleine Bildergeschichten zu erzählen, die ihnen auf dem Tablet gezeigt werden“, sagt Professor Dr. Stefan Kopp. „Die Sprachförderung durch den Roboter ist eine individuelle Ergänzung zu den bestehenden Angeboten der Kindertagesstätten. So geben wir eingewanderten Kindern die Chance, sich die neue Sprache spielerisch anzueignen, ebenso wie deutschen Kindern, erste Erfahrungen mit einer Fremdsprache wie Englisch zu machen.“ Kopp ist der Leiter der deutschen Projektgruppe. Die Plymouth University (Großbritannien), Universität Tilburg (Niederlande), Universität Utrecht (Niederlande) und die Koç University (Türkei) testen ebenfalls, ob der Einsatz von Roboter bei der Sprachförderung von Kindern erfolgreich ist. Zwei Unternehmen aus Frankreich und Belgien machen die Gruppe aus Sprachwissenschaftlern, Pädagogen und Informatikern komplett. Das Projekt startete im Januar 2016 und läuft bis Ende 2018.
 Foto: Universität Bielefeld.
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